Orale versus parenterale Medikation
Die therapeutische Breite (Verhältnis zwischen wirksamer Minimaldosis und nebenwirkungsfreier Maximaldosis) inhalierter Langzeit-Kortikosteroide ist im Allgemeinen größer als die von oral verabreichten Steroiden. Die Anwendung oraler Glukokortikosteroide ist daher begrenzt und möglicherweise nur zur Kontrolle von schwerem persistierenden Asthma erforderlich. Hier sollten Substanzen mit kurzer Halbwertszeit, die nur schwach als Mineralokortikoide wirken, wie beispielsweise Prednison, bevorzugt werden. Wenngleich ein Wirkungseintritt erst 4 bis 6 Stunden nach der Einnahme erfolgt, sind orale Steroide auch bei schweren, akuten Anfällen indiziert, da sie progressive Verläufe und frühzeitige Rückfälle verhindern und die Morbidität und die Zahl stationärer Einweisungen senken.
Zusätzlich zu den Nebenwirkungen, die bei inhalierten Kortikosteroiden beobachtet wurden, können bei oraler Verabreichung beispielsweise arterieller Hochdruck, Ulcus pepticum, Diabetes, Katarakte, Glaukome, Stimmungsschwankungen, Obesitas und Muskelschwäche ausgelöst werden. Eine vorbeugende Behandlung gegen Osteoporose ist bei Patienten, die systemische Langzeit-Glukokortikosteroide erhalten, ein Muss. Bei Patienten mit Herpes- oder Varizellenviren-Exposition sind ein Abbruch der Steroidbehandlung und eine prophylaktische Therapie in Erwägung zu ziehen.
Methylxanthine, einschließlich Theophyllin und Aminophyllin, wirken in hohen Konzentrationen als Bronchodilatatoren und weisen in geringeren Konzentrationen eine entzündungshemmende Wirkung auf. Bei Patienten mit einer leichteren Form der Erkrankung können Methylxanthine als Monotherapie vorgesehen werden, während sie bei schwererem Asthma in Ergänzung zu inhalierten Kortikosteroiden eingenommen werden. Präparate mit lang andauernder Wirkstofffreisetzung eignen sich besonders zur Kontrolle nächtlicher Symptome.
Wegen des Risikos unerwünschter Wirkungen muss eine Behandlung mit Theophyllin sorgsam überwacht werden. Bei einem Serumspiegel unter 15 µg/ml treten normalerweise keine toxischen Effekte auf. Symptome einer Intoxikation sind Übelkeit und Erbrechen, Reizungen des zentralen Nervensystems und Krämpfe, Tachykardie und Arrythmien, sowie in manchen Fällen Reizungen des zentralen respiratorischen Systems.
Zubereitungsformen von ß2-Agonisten mit lang andauernder Wirkstofffreisetzung, zum Beispiel Salbutamol oder Terbutalin, werden zur Behandlung nächtlicher Symptome eingesetzt, wenn diese durch inhalierte Glukokortikosteroide nicht ausreichend kontrolliert werden können. Hingegen sind kurz wirksame, oral verabreichte ß2-Agonisten nur bei Patienten indiziert, die nicht in der Lage sind, zu inhalieren. Im Vergleich zur Inhalation treten Nebenwirkungen wie Angstgefühle oder Muskeltremor bei oral verabreichten ß2-Agonisten häufiger auf. In Kombination mit Theophyllin erhöht sich die Wahrscheinlichkeit unerwünschter kardiovaskulärer Effekte.
Die Rolle, die oral verabreichte Leukotrienen-Modifier, wie Montelukast oder Zileuton, bei der Behandlung von Asthma spielen, ist noch nicht abschließend geklärt. Sie wirken in geringem Maße als Bronchodilatatoren und reduzieren durch Allergene, Anstrengung oder Schwefeldioxid ausgelöste Bronchokonstriktionen. Leukotrienen-Modifier können dazu verwendet werden, die Dosis inhalierter Kortikosteroide bei Patienten mit mittelschwerem bis schwerem Asthma zu verringern. Abgesehen von vereinzelten Berichten eines Churg-Strauss-Syndroms werden Leukotrienen-Modifier gewöhnlich gut toleriert.
Bei Patienten mit schwerem allergischen Asthma werden zum Reduzieren der Kortikosteroiddosis subkutan IgE-Antikörper verabreicht. Die Therapie mit IgE-Antikörpern bewirkt auch, dass akute Verschlimmerungen und Symptome geringer werden, weniger Akut-Medikation benötigt wird und sie zudem sicher zu sein scheint.
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Mode of action of non-inhaled drugs in asthma therapy






