Morphologische Veränderungen, die zu eingeschränkter Atmung und Obstruktion der Atemwege führen
Morphologische Veränderungen treten bei Asthma in den gesamten Atemwegswänden und über die gesamte Länge des Bronchialbaumes auf. Diese Veränderungen betreffen Atemwegsepithel, glatte Muskulatur, Matrixkomponenten, Schleimdrüsen, Gefäße und Nerven.
Epithelzellen von Asthmatikern scheinen fragiler zu sein, was die erhöhte Zahl von Zellen erklärt, die in Material aus bronchoalveolärer Lavage anzutreffen ist. Allgemein wird angenommen, dass die trophische Einheit Epithel-Mesenchym abnorm aktiviert ist. Hier scheint eine Hochregulation der Expression epidermaler Wachstumsfaktoren, die durch mechanischen Stress, der bei aktivem Asthma gegeben ist, induziert wird, eine wesentliche Rolle zu spielen.
Eine Verdickung der retikulären Basalmembran und darunter befindliche Ablagerungen von Matrixkomponenten sind bei Asthma ein konsistenter Befund. Diese Art von morphologischer Veränderung kann auftreten, bevor die Erkrankung manifest wird, was darauf hindeutet, dass es sich hier um eine frühe Komponente innerhalb des pathologischen Prozesses handelt. Es konnte keine Verbindung zwischen Verdickung der Basalmembran und Alter, Dauer der Symptome, forciertem Exspirationsvolumen oder einer inhalativen Therapie mit Kortikosteroiden festgestellt werden. Bei allen Asthmatikern kommt es zu einer vermehrten Expression des Transformierenden Wachstumsfaktors -b und erhöhten Mengen von Kollagen I und II in der Lamina propria, während erhöhte Spiegel von Interleukin 11 und 17 nur bei mittelschwerem bis schwerem Asthma anzutreffen sind.
Die Proliferation der glatten Muskulatur der Atemwege wird vorwiegend durch Zellhypertrophie hervorgerufen, die sich bei Asthmatikern durch ein Anwachsen der Zellen der glatten Muskulatur um nahezu das Doppelte ausdrückt. Die Proliferation der glatten Muskulatur kann durch Umwandlung von Myozyten in Fibromyozyten direkt und durch die Erzeugung von Zytokinen indirekt die Entstehung einer Atemwegsfibrose fördern.
Hyperplasie von Becherzellen und Zellen submuköser Drüsen in den Atemwegen von Asthmatikern ist ein regelmäßiger Befund. Die erhöhte Schleimabsonderung und das Exsudat aus Serumproteinen und Zellüberresten ergeben zusammen zähe Stopfen, die mehr an der Peripherie gelegene Atemwege okkludieren können. Dieses Phänomen ist sehr wahrscheinlich eine wichtige Ursache für Atemwegsobstruktionen, die auf eine Behandlung mit Bronchodilatatoren nicht ansprechen.
Bei allen Formen des Asthmas scheinen Mastzellen und eosinophile Granulozyten die Haupt-Effektor-Zellen für die entzündliche Reaktion zu sein. Sie sind in der Lage, eine breite Vielfalt vorgebildeter und neu gebildeter Mediatoren auszuscheiden, die durch neurale Mechanismen direkt oder indirekt auf die Atemwege wirken.
Eine eingeschränkte Atmung bei Asthma ist auch auf eine ödematöse Schwellung der Atemwegswand zurückzuführen. Eine erhöhte mikrovaskuläre Permeabilität und Durchlässigkeit bewirkt eine Schleimhautverdickung außerhalb der glatten Muskulatur. Dies wiederum bewirkt einen Druckverlust des elastischen Lungenwiderstands, was zur Hyperreagibilität der Atemwege beiträgt.
Literatur:
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Pathohistologische Veränderungen in den Bronchialwänden
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