Diagnostischer Wert von Bronchodilatations- und Provokationstests
Verstärkte Atemgeräusche aufgrund einer Hyperreagibilität der Atemwege bilden den Ausgangspunkt für den Bronchodilatations- bzw. den Reversibilitätstest auf Asthma. Nach den Empfehlungen der American Thoracic Society gilt das Ergebnis eines Bronchodilatationstests als eindeutig, wenn die Veränderung des Wertes für FEV1 12% über dem prognostizierten Wert liegt. Wenn die Werte für FEV1 oder VC nach der Gabe eines bronchodilatatorischen Medikaments sich um weniger als 8% (bzw. um weniger als 150ml) erhöhen, liegen diese wahrscheinlich innerhalb der üblichen Varianz. Wenngleich Bronchodilatationstests zum Diagnostizieren von Asthma für den Fall akzeptiert sind, dass der Ausgangswert für die Lungenfunktion weniger als 80% des prognostizierten Werts beträgt, sind sie doch von relativ mäßigem Wert, was Sensitivität und Spezifität betrifft.
Bei Patienten mit einer Ausgangslungenfunktion innerhalb des Normbereichs kann es zur Diagnose von Asthma hilfreich sein, die Ansprechempfindlichkeit der Atemwege auf Methacholin, Histamin oder körperliche Anstrengung zu messen. Wenn nach dem Test der Wert für FEV1 15% und der Wert für PEF 20% unter dem jeweiligen Ausgangswert liegen, weist dies auf eine Hyperreagibilität der Atemwege hin. Negative Provokationstests können mit hoher Sensitivität und geringer Spezifität die Diagnose persistierendes Asthma zwar ausschließen, wobei positive Testergebnisse aber auch bei Patienten zu finden sind, die unter Heuschnupfen leiden, oder bei Patienten mit restriktiven Ventilationsstörungen aufgrund von Erkrankungen wie Mukoviszidose, Bronchiektasie oder COPD.
Literatur:
American Thoracic Society. Lung function testing: Selection of reference values and interpretative strategies. 1991. American Review of Respiratory Diseases; 144: 1202-1218
Chhabra SK. Acute bronchodilator response has limited value in differentiating bronchial asthma from COPD. 2005. Journal of Asthma; 42 (5): 367-372
O'Byrne P. GINA Executive Committee. Global strategy for asthma management and prevention. 2004. National Institutes of Health. Publication No 02-3659
Río-Navarro del BE, Hernández-Román MP, Espinola Reyna G, Berber A, Escalante-Domínguez AJ, González-Reyes M, Rosas-Vargas MA, Pérez-Lopez J, Baeza-Bacab M, Sienra-Monge JJL. A comparative study of bronchodilator reversibility with albuterol, between asthma symptomatic and asymptomatic children according to ISAAC Questionnaire in Mexico City. 2004. Allergologia et Immunopathologia; 32: 334-339





