Diagnose und Behandlung von Asthma beim älteren Patienten
Wenngleich Asthma häufig als eine Erkrankung gesehen wird, die in der Kindheit auftritt, ist sie bei älteren Menschen nicht unüblich und betrifft ca. 4 bis 8% der über 65-Jährigen. Trotz dieses häufigen Auftretens kann insbesondere spät einsetzendes Asthma falsch diagnostiziert und unzureichend behandelt werden.
Die unspezifische Manifestation von Asthma beim älteren Menschen bedeutet, dass die Diagnose schwierig sein kann. Gelegentlich treten atypische Symptome wie Brustschmerzen oder Engegefühle auf, die andere Erkrankungen nahelegen, die bei älteren Menschen häufiger anzutreffen sind, zum Beispiel eine ischämische Herzkrankheit. Daher ist es wichtig, die Diagnose durch objektive Messverfahren wie Spirometrie oder Provokationstests zu bestätigen.
Patienten mit persistierendem Asthma sollten mittels inhalierter Kortikosteroide behandelt werden. Da die Inhalationstechnik bei älteren Patienten mit Asthma ein besonderes Problem darstellen kann, muss das Inhalationsgerät sorgfältig gewählt und der Patient gründlich geschult werden, insbesondere im Gebrauch von Dosier-Inhalatoren.
Hinzu kommt, dass ältere Patienten häufig an mehreren Erkrankungen gleichzeitig leiden und die Einnahme einer Vielzahl von Medikamenten in dieser Altersgruppe das Risiko unerwünschter Wirkungen oral verabreichter Präparate erhöht, weshalb eine Verabreichung per Inhalation zu bevorzugen ist, wann immer dies möglich ist. Inhalierte Kortikosteroide scheinen relativ gut toleriert zu werden, wenn sie in Dosen von unter ca. 1000 µg p.d. verabreicht werden. In höheren Dosen inhalierte Kortikosteroide hingegen können die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Funktion beeinträchtigen.
Bedenken wegen des Risikos einer Osteoporose bei einer Langzeittherapie mit Kortikosteroiden (sowohl oral als auch inhaliert), die Gefahr von Arrhythmien oder Hypokaliämie bei ß2-Agonisten sowie die signifikanten Nebenwirkung von Theophyllin können eine Behandlung mit Anticholinergika und/oder Anti-Leukotrienen rechtfertigen. Zudem erfordert die Gefahr von Wechselwirkungen mit anderen therapeutischen Wirkstoffen eine intensivere Überwachung der Asthmabehandlung. Unerwünschte Effekte wie Hypokaliämie können durch Begleittherapien mit anderen Medikamenten, die Kaliumverluste fördern, verstärkt werden, wozu Diuretika, Kortikosteroide und Theophylline zählen. Zudem können relativ geringfügige nachteilige Effekte, die mit der Gabe von ß2-Agonisten verbunden sind, zum Beispiel Tremor und Blutdruckschwankungen, für ältere Patienten von Bedeutung sein und zu einer Verschlechterung der Lebensqualität führen.
Literatur:
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